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Der Siebträger ist die direkteste Art, Espresso zu brühen. Heißes Wasser wird unter hohem Druck durch fein gemahlenes, fest angedrücktes Kaffeepulver gepresst. Das Ergebnis ist ein konzentrierter, aromatischer Espresso mit dichter Crema, der sich als Basis für Cappuccino, Latte Macchiato und andere Milchgetränke eignet. Im Vergleich zu einer AeroPress oder der French Press erfordert der Siebträger mehr Technik, gibt aber auch mehr Kontrolle über das Ergebnis.

Wie ein Siebträger funktioniert

Der Siebträger, der dem Gerät seinen Namen gibt, ist ein Metallhalter mit einem Sieb am Boden. Du füllst gemahlenen Kaffee in das Sieb, drückst ihn mit einem Tamper gleichmäßig an und verriegelst den Siebträger in der Maschine. Die Pumpe erzeugt einen Druck von 9 bar und drückt Wasser mit 90 bis 96 °C durch den Kaffeepuck. Die Extraktion dauert etwa 25 Sekunden und liefert 25 bis 30 ml Espresso pro Tasse.

Wie Krups auf seiner Siebträger-Übersichtsseite beschreibt: "Heißes Wasser wird unter hohem Druck durch fein gemahlenes und fest angedrücktes Kaffeepulver gepresst. Dabei entstehen die intensiven Aromen und die samtige Crema, die einen echten Espresso auszeichnen."

Der Unterschied zum Vollautomaten liegt in der manuellen Kontrolle. Du entscheidest über Mahlgrad, Dosiermenge und Tamperdruck. Das macht den Siebträger anspruchsvoller, aber auch flexibler für Specialty Coffee.

Was du brauchst

18–20 gKaffeemenge pro Bezug (Double Shot)
9 barBrühdruck der Pumpe
90–96 °CWassertemperatur
25 SekundenExtraktionszeit für 25–30 ml Espresso

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1

Maschine aufheizen und Tasse vorwärmen

Siebträgermaschine einschalten und vollständig aufheizen lassen. Die meisten Heimmaschinen brauchen 10 bis 20 Minuten, bis Kessel und Brühgruppe die richtige Temperatur erreicht haben. Tasse mit heißem Wasser vorwärmen, damit der Espresso nicht sofort abkühlt.

2

Kaffee mahlen und dosieren

18 bis 20 g Kaffee auf fein mahlen. Der Mahlgrad ist feiner als für die AeroPress, aber gröber als für eine Mokakanne. Das Kaffeepulver gleichmäßig in den Siebträger füllen und die Oberfläche mit dem Finger oder einem Verteiler (Distribution Tool) glätten.

3

Tampen

Den Kaffeepuck mit einem Tamper gleichmäßig und senkrecht andrücken. Der Druck sollte fest und gleichmäßig sein, etwa 15 bis 20 kg Auflagedruck. Ein schiefer Puck führt zu ungleichmäßiger Extraktion und Channeling, bei dem Wasser bevorzugte Kanäle durch den Puck sucht.

4

Siebträger einspannen und beziehen

Siebträger in die Brühgruppe einspannen und sofort den Bezug starten. Der Espresso sollte nach 5 bis 8 Sekunden zu fließen beginnen und nach 25 bis 30 Sekunden 25 bis 30 ml ergeben. Läuft er zu schnell, ist der Mahlgrad zu grob. Läuft er zu langsam oder gar nicht, ist er zu fein.

Was den Geschmack beeinflusst

Parameter Auswirkung
Feinerer Mahlgrad Längere Extraktion, mehr Körper, Risiko von Überextraktion
Gröberer Mahlgrad Kürzere Extraktion, hellerer Espresso, Risiko von Unterextraktion
Mehr Kaffeepulver Mehr Widerstand, längere Extraktionszeit
Höherer Tamperdruck Gleichmäßigerer Puck, weniger Channeling
Wassertemperatur über 96 °C Mehr Bitterkeit, Risiko von Verbrennung
Wassertemperatur unter 90 °C Unterextraktion, saurer oder flacher Espresso
Extraktionszeit unter 20 Sekunden Unterextrahiert, sauer
Extraktionszeit über 35 Sekunden Überextrahiert, bitter

Einkreiser oder Zweikreiser

Siebträgermaschinen für den Heimgebrauch gibt es in zwei technischen Grundtypen. Einkreiser-Maschinen haben einen einzigen Kessel, der entweder auf Brühtemperatur oder auf Dampftemperatur eingestellt ist. Wechselst du zwischen Espresso und Milchschaum, musst du warten, bis der Kessel die Temperatur angepasst hat.

Zweikreiser-Maschinen haben zwei getrennte Kreisläufe: einen für das Brühwasser, einen für den Dampf. Du kannst gleichzeitig Espresso beziehen und Milch aufschäumen. Das ist der entscheidende Vorteil für Cappuccino und Latte Macchiato, wie Krups für seine Modelle beschreibt: "Einkreiser- und Zweikreiser-Siebträgermaschinen können auch für Milchkaffeespezialitäten genutzt werden."

Maschinen mit integriertem Mahlwerk, wie die Sage Barista Express SES875, kombinieren beide Funktionen in einem Gerät. Laut espresso-siebtraeger.com arbeiten Maschine und Mühle bei solchen Kombigeräten aufeinander abgestimmt, was die Einrichtung vereinfacht.

Häufige Fehler

Espresso läuft zu schnell durch. Mahlgrad zu grob oder Tamperdruck zu gering. Mahlgrad feiner einstellen und gleichmäßiger tampen.

Espresso tropft kaum oder gar nicht. Mahlgrad zu fein, zu viel Kaffeepulver oder Channeling durch ungleichmäßiges Tampen. Mahlgrad etwas gröber einstellen.

Crema ist dünn oder fehlt. Kaffee zu alt, Mahlgrad falsch oder Wassertemperatur zu niedrig. Frisch gemahlener Kaffee aus einer guten Röstung ist die wichtigste Voraussetzung für eine dichte Crema.

Espresso schmeckt bitter. Extraktionszeit zu lang, Wassertemperatur zu hoch oder Mahlgrad zu fein. Einen Parameter nach dem anderen anpassen.

Espresso schmeckt sauer und flach. Unterextraktion durch zu groben Mahlgrad, zu kurze Extraktionszeit oder zu niedrige Wassertemperatur.

Welcher Kaffee passt zum Siebträger?

Für den Siebträger eignen sich Espresso-Röstungen mit mittlerem bis dunklem Röstgrad besonders gut. Helle Specialty-Röstungen aus Äthiopien oder Kenia funktionieren ebenfalls, erfordern aber eine höhere Wassertemperatur von 93 bis 96 °C und oft einen etwas gröberen Mahlgrad, um Überextraktion zu vermeiden. Entscheidend ist immer frisch gemahlener Kaffee: Vorgemahlen verliert Espresso innerhalb von Minuten an Aroma.

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